05 Nov. Wandern auf Lanzarote: der Leitfaden für die besten Routen
Wandern auf Lanzarote bedeutet vor allem eines: eine vulkanische Insel zu Fuß zu erleben, auf der sich schwarze Lavafelder, grüne Täler und der offene Atlantik auf engem Raum abwechseln. Wer mehrere Tage unterwegs ist, kann die Insel von Norden nach Süden durchqueren und dabei Landschaften sehen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Genau diese Kontraste machen Lanzarote zu einem der interessantesten Wanderziele der Kanaren.
Für Individualreisende ist die Insel besonders attraktiv, weil sich kurze bis mittellange Etappen gut zu einer Rundreise verbinden lassen. Mit etwas Planung, dem richtigen Zeitfenster und einer verlässlichen Navigation ist Wandern auf Lanzarote auch für alleinreisende Wanderer gut geeignet. Dieser Leitfaden stellt die wichtigsten Routen vor und zeigt, welche Etappen zu welchem Wanderstil passen.
Was macht Wandern auf Lanzarote so besonders?
Wandern auf Lanzarote unterscheidet sich deutlich von schattigen Waldwanderungen, wie man sie etwa von anderen Kanareninseln kennt. Die Wege führen überwiegend durch offenes Gelände, über Lavagestein, breite Pisten und feine vulkanische Asche. Das macht die Routen spektakulär, verlangt aber Respekt vor Sonne, Wind und einem Untergrund, der sich ständig ändert.
Selbst an kühleren Tagen kann die UV-Strahlung hoch sein, während Passagen an der Nordwestküste bei starkem Passatwind deutlich anspruchsvoller wirken als ihre Länge vermuten lässt. Dafür belohnt die Insel mit einer überraschenden Vielfalt: Im Norden prägen grüne Terrassenfelder, Palmen und der mächtige Risco de Famara das Bild, im Inselinneren wandert man zwischen einzeln stehenden Weinreben, und im Süden dominieren die jungen, fast vegetationslosen Vulkanlandschaften rund um Timanfaya.
Diese Kontraste machen auch eine mehrtägige Route reizvoll, weil sich keine Etappe wie die vorherige anfühlt. Für eine Wanderreise eignet sich die Zeit von Herbst bis Frühling meist am besten, im Sommer sind frühe Starts sinnvoll. Zehn Kilometer auf festem Küstenweg sind zudem etwas völlig anderes als zehn Kilometer auf losem Lapilli oder einem windigen Höhenpfad, weshalb Tagesdistanzen nie allein nach Kilometern beurteilt werden sollten.
Der GR 131: von Órzola bis Playa Blanca
Der GR 131 ist die große Nord-Süd-Achse Lanzarotes und für viele Reisende die spannendste Art, die Insel wirklich zu verstehen. Er verbindet den ruhigen Norden bei Órzola mit Playa Blanca im Süden und folgt dabei alten Wegen, Vulkanpisten und ländlichen Pfaden. Je nach Etappeneinteilung lässt sich die Strecke in etwa drei bis fünf Wandertagen gehen.
Der Reiz liegt in der Dramaturgie der Route: Zu Beginn begleiten Meer und die markanten Höhen des Nordens den Weg, später führt er durch die Kulturlandschaft um Teguise und La Geria. Auf den südlichen Abschnitten wird die Vulkanik zunehmend dominanter, bis die Landschaft schließlich fast surreal wirkt. Wer gern Strecke macht und täglich neue Landschaften sehen möchte, findet hier eine echte Inselquerung statt einzelner Tagestouren.
Die Anforderungen sind moderat bis anspruchsvoll, abhängig von Etappenlänge, Wind und Untergrund. Technische Kletterstellen sind nicht das Thema, wohl aber längere offene Passagen und einzelne An- und Abstiege. Besonders komfortabel wird der GR 131, auch als Camino del Guanche bekannt, wenn Unterkünfte, Gepäcktransport und die Transfers zu den Start- und Endpunkten bereits abgestimmt sind. So tragen Wanderer tagsüber nur Wasser, Verpflegung, Wetterschutz und das Nötigste.
Der Norden: Haría, Famara und das Tal der Tausend Palmen
Wandern auf Lanzarote im Norden eignet sich hervorragend für Wanderer, die abwechslungsreiche Tagesetappen mit etwas mehr Relief suchen. Rund um Haría treffen fruchtbare Täler auf karge Höhen, Wege führen durch kleine Siedlungen, vorbei an Trockenmauern und hinauf zu Aussichtspunkten, von denen sich die Küste und bei klarer Sicht die Nachbarinsel La Graciosa zeigen.
Eine besonders eindrucksvolle Verbindung entsteht in Richtung Risco de Famara. Die Steilküste fällt hier dramatisch zum Atlantik ab, während oben eine weite Hochfläche liegt. Diese Abschnitte verlangen Trittsicherheit und ein gutes Gespür für die Bedingungen, denn bei Nebel oder sehr starkem Wind verliert die Landschaft rasch ihre Orientierungspunkte. Mit GPS-Navigation und einer sorgfältig vorbereiteten Route bleiben sie dennoch gut planbar.
Wer weniger Kilometer gehen möchte, kann Haría als festen Standort wählen und mehrere Rund- oder Streckenwanderungen unternehmen. Für eine Wanderreise von Ort zu Ort ist der Norden dagegen ein starker Auftakt, bevor die Route weiter ins zentrale Inselgebiet führt. Wer die nördlichen Kanaren insgesamt vergleichen möchte, findet auf der Seite zu den Kanaren einen Überblick über weitere Inseln mit ähnlich grünen Höhenlagen.
La Geria: Wandern zwischen Reben und Vulkanasche

La Geria zeigt, wie kreativ die Menschen Lanzarotes mit einer rauen Landschaft umgegangen sind. Jede Rebe wächst geschützt in einer tiefen, halbrunden Mulde aus schwarzer Asche, eingefasst von niedrigen Lavasteinmauern. Zu Fuß erschließt sich diese Weinlandschaft viel unmittelbarer als vom Auto aus: Der Blick wandert über tausende dunkle Bögen, dahinter stehen Vulkankegel in warmen Braun- und Rottönen.
Wanderungen in La Geria sind meist weniger alpin als die Wege im Norden, aber keineswegs beliebig. Viele Abschnitte verlaufen ungeschützt, und der lockere Untergrund kostet bei Hitze Kraft. Gerade deshalb passen sie gut als mittlere Etappe zwischen anspruchsvolleren Küsten- oder Vulkantagen, an denen man ohnehin einen ruhigeren Tag einplanen möchte.
Wer gern Landschaft, Kultur und genussvolles Gehen verbindet, sollte diesem Gebiet ausreichend Zeit geben. Wandern auf Lanzarote zeigt sich hier von seiner kultiviertesten Seite, bevor die Routen weiter in Richtung der schützenswerten Vulkanzonen im Südwesten führen.
Vulkanroute im Süden: Timanfaya und die Feuerberge

Die Vulkanlandschaft im Südwesten ist das eindrucksvollste Naturerlebnis der Insel, aber kein Gebiet für freie Routenwahl. Große Teile des Nationalparks Timanfaya stehen unter strengem Schutz und sind nur auf festgelegten Wegen oder im Rahmen offizieller Zugänge betretbar. Das ist kein Nachteil, sondern schützt eine Landschaft, die erstaunlich ursprünglich geblieben ist.
Für Wanderer bieten die zugänglichen Bereiche rund um die Feuerberge und in angrenzenden Vulkanzonen dennoch intensive Eindrücke. Erstarrte Lavaströme, Schlackefelder und farbige Kraterwände lassen die Entstehung der Insel beinahe greifbar werden. Ein verlässlicher Wanderführer von Outdooractive hilft dabei, sich vorab einen Überblick über erlaubte Wege in der Region zu verschaffen.
Planen Sie diesen Tag bewusst mit aktuellen Informationen zu erlaubten Wegen und Zugangsmöglichkeiten. Eine Route, die auf einer älteren Karte eingezeichnet ist, muss nicht automatisch begehbar sein, und spontane Abstecher abseits markierter Wege sind im Nationalpark nicht erlaubt.
Küstenwandern bei El Golfo und Los Hervideros
Die Westküste liefert Lanzarotes raueste Bilder. Bei El Golfo trifft der Atlantik auf schwarze Felsen, an den Los Hervideros hat die Brandung Höhlen und Kanäle in die Lava gearbeitet. Küstenwanderungen in dieser Region sind weniger eine klassische Fernwanderetappe als ein intensiver Landschaftstag: Wind, Wellen und Licht verändern die Szenerie im Minutentakt.
Der Untergrund ist stellenweise felsig und uneben, weshalb gute Wanderschuhe mit griffiger Sohle hier sinnvoller sind als leichte Freizeitschuhe. Halten Sie Abstand zu Abbruchkanten und Brandungszonen, auch wenn ein Fotomotiv noch so verlockend wirkt. Nach Tagen im Inselinneren setzt diese Route einen starken Kontrast und lässt sich gut mit einer Übernachtung im Süden verbinden.
Welche Route passt zu Ihrem Wanderstil?
Wer zum ersten Mal Wandern auf Lanzarote ausprobiert und eine Woche Zeit hat, liegt mit einer Nord-Süd-Durchquerung auf dem GR 131 meist richtig. Sie verbindet die wichtigsten Landschaftsräume und schafft jeden Tag ein klares Ziel. Für geübte Wanderer sind längere Etappen gut machbar, während Genusswanderer mit zusätzlichen Übernachtungen und kürzeren Tagesdistanzen mehr Raum für Aussichtspunkte, Pausen und kleine Orte gewinnen.
Wenn Ihnen Küstenblicke und Höhenwege wichtiger sind als eine durchgehende Inselquerung, lohnt es sich, den Norden stärker zu gewichten. Wer dagegen vor allem die vulkanische Seite Lanzarotes erleben möchte, kombiniert La Geria mit den zugänglichen Wegen im Süden. Eine einzige „beste“ Route gibt es daher nicht: Entscheidend sind Kondition, gewünschte Tagesdistanz und die Frage, ob Sie lieber täglich weiterziehen oder einige Nächte am selben Ort bleiben möchten.
Für Alleinreisende ist Wandern auf Lanzarote gut geeignet, wenn Navigation, Unterkünfte und Transfers verlässlich vorbereitet sind. Mobilfunkempfang ist nicht auf jedem offenen Abschnitt selbstverständlich, und Schatten gibt es selten. Eine GPS-App mit offline gespeicherten Karten, ausreichend Wasser – je nach Länge und Temperatur oft mindestens zwei Liter – sowie Windschutz gehören deshalb in jeden Tagesrucksack.
Praktische Tipps für eine Wanderreise auf Lanzarote
Wandern auf Lanzarote als selbstgeführte Reise bedeutet nicht, alles allein organisieren zu müssen. Gerade bei Streckenwanderungen sind die Übergänge zwischen Unterkunft, Weg und Gepäck entscheidend. Mietwagen, vorab abgestimmte Transfers oder ein Gepäcktransport verhindern, dass die Tour an komplizierten Rückfahrten oder zu schweren Rucksäcken scheitert.
Packen Sie für Lanzarote lieber funktional als viel: eingelaufene Schuhe, Sonnenhut, Sonnencreme, eine leichte winddichte Schicht und ausreichend Trinkwasser sind wichtiger als umfangreiche Ausrüstung. Prüfen Sie am Vorabend Wetter und Wegverlauf, besonders bei Küsten- und Höhenetappen, damit der nächste Tag ohne böse Überraschungen beginnt.
Wer flexibel bleiben und trotzdem keine eigene Routenplanung von Grund auf übernehmen möchte, findet bei einer individuellen Wanderreise eine gute Balance zwischen Freiheit und Struktur. Fragen zur praktischen Vorbereitung, etwa zur Navigation unterwegs, beantwortet auch der Bereich mit den häufig gestellten Fragen.
Was NATOUR für Wandern auf Lanzarote bietet
NATOUR ist eine als Biosphere-zertifizierte, nachhaltige Reiseagentur und konzipiert selbstgeführte Wanderreisen auf Lanzarote so, dass Reisende selbstständig und im eigenen Rhythmus unterwegs sind, ohne feste Gruppen oder Uhrzeiten. Dazu gehören sorgfältig ausgewählte Unterkünfte mit Charakter, der tägliche Transport des Gepäcks zwischen den Etappen sowie lokale Unterstützung während der gesamten Reise.
Für die Orientierung auf Lavagestein, Vulkanpisten und wenig markierten Höhenwegen nutzt NATOUR beim Wandern auf Lanzarote die eigene App „Roadbook for Discovery“. Sie führt per Sprachansage durch die Etappen, warnt akustisch und optisch, sobald man vom Weg abkommt, und funktioniert nach dem Download auch offline im Flugmodus, was gerade in Gebieten ohne Mobilfunkempfang ein klarer Vorteil ist. Reisende müssen dafür keine eigenen Tracks suchen oder importieren, da die Route bereits in der App hinterlegt ist.
Häufig gestellte Fragen zum Wandern auf Lanzarote
Wie viele Tage braucht man für den GR 131 auf Lanzarote?
Je nach Etappeneinteilung lässt sich der GR 131 in etwa drei bis fünf Tagen von Órzola nach Playa Blanca gehen. Wer mehr Zeit für Pausen und Aussichtspunkte einplant, verteilt die Strecke besser auf fünf statt drei Tage.
Ist Wandern auf Lanzarote auch für Anfänger geeignet?
Ja, viele Abschnitte sind technisch unkompliziert und gut auf schmale Pisten oder breite Wege beschränkt. Entscheidender als die Technik sind Sonnenschutz, ausreichend Wasser und eine realistische Einschätzung der Tagesdistanz.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten für Wanderungen auf Lanzarote?
Die Monate von Herbst bis Frühling bieten meist angenehmere Temperaturen für längere Etappen. Im Sommer empfehlen sich frühe Starts, um die größte Hitze und intensive Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
Darf man im Nationalpark Timanfaya frei wandern?
Nein, große Teile des Nationalparks sind nur auf festgelegten Wegen oder im Rahmen offizieller Zugänge begehbar. Aktuelle Informationen zu erlaubten Routen sollten vor dem Besuch eingeholt werden.
Braucht man für Wandern auf Lanzarote viel Erfahrung mit Vulkanlandschaften?
Nein, besondere Vorerfahrung ist nicht nötig, allerdings sollte man mit losem Untergrund wie Lapilli rechnen. Festes Schuhwerk und eine vorsichtige Schrittführung reichen in der Regel völlig aus.
Wie findet man sich auf wenig markierten Wegen im Norden zurecht?
Eine GPS-App mit offline gespeicherten Karten ist auf Abschnitten wie dem Risco de Famara deutlich zuverlässiger als reine Beschilderung. Besonders bei Nebel oder starkem Wind verliert die Landschaft sonst schnell ihre Orientierungspunkte.
Lohnt sich eine Kombination aus mehreren Routen auf Lanzarote?
Ja, gerade weil Norden, La Geria und der Süden landschaftlich so unterschiedlich sind, lohnt sich eine Kombination über mehrere Tage. So lassen sich grüne Täler, Weinlandschaften und Vulkanzonen in einer Reise erleben.
Wandern auf Lanzarote verbindet auf wenigen Kilometern eine ungewöhnliche Bandbreite an Landschaften, von grünen Tälern bis zu jungen Vulkankegeln. Mit guter Vorbereitung, passender Jahreszeit und verlässlicher Navigation wird die Insel zu einem Ziel, das auch erfahrene Wanderer überrascht.
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