12 Juli Fernwanderwege Kanaren richtig auswählen
Fernwanderwege Kanaren richtig auswählen
Fernwanderwege Kanaren zu planen bedeutet mehr, als sich für Sonne im Winter zu entscheiden: Es bedeutet, zwischen Vulkanlandschaften, uralten Lorbeerwäldern, steilen Schluchten und langen Küstenlinien zu wählen. Der erste Blick auf die Kanarenkarte täuscht — zwischen den Inseln liegen nur wenige Flug- oder Fährminuten, wanderisch sind sie grundverschieden.
Drei Grundsätze für die Auswahl der richtigen Route:
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- Landschaft vor Inselname: Jede Insel setzt andere Schwerpunkte — La Gomera ist grün und zerklüftet, La Palma hochalpin und vulkanisch, Teneriffa kontrastreich, Gran Canaria trocken, bergig und weitläufig.
- Kilometer sind wenig aussagekräftig: Zwölf Kilometer durch einen Barranco mit vielen Höhenmetern können anstrengender sein als zwanzig Kilometer auf einem Küstenweg. Höhenprofil, Wegbeschaffenheit und Sonnenexposition zählen ebenso wie die Distanz.
- Ein Inselabschnitt statt Inselhopping: Der GR 131 verbindet als Wegidee die Inselwelt, ist aber keine durchgehende Wanderung. Für eine ein- bis zweiwöchige Reise ist es meist sinnvoller, einen besonders schönen Abschnitt bewusst zu erleben.
Gute Planung bedeutet nicht, möglichst viele Höhenmeter oder Inseln abzuhaken — sondern die Landschaft zu wählen, in der Sie mehrere Tage wirklich unterwegs sein möchten.
Fernwanderwege Kanaren: Welche Insel passt zu Ihnen?
Der bekannteste der Fernwanderwege Kanaren ist der GR 131, auch Camino Natural de las Islas Canarias genannt. Er verläuft auf mehreren Inseln in eigenständigen Abschnitten — mit deutlichen Unterschieden in Länge, Untergrund und Anspruch.
- La Gomera — der grüne Klassiker für Genusswanderer: Im Nationalpark Garajonay führen Wege durch feuchten Lorbeerwald, darunter ziehen sich tiefe Barrancos bis zum Atlantik. Die Tagesdistanzen sind moderat, die Höhenmeter aber spürbar. Wer morgens im Wald startet und nachmittags an der Küste ankommt, erlebt auf kurzer Strecke erstaunlich viele Klimazonen.
- La Palma — große Weite und echte Höhenmeter: Die Caldera de Taburiente und die Ruta de los Volcanes machen die Insel zu einer der abwechslungsreichsten Trekkingdestinationen Europas. Viele Etappen verlangen Trittsicherheit, Kondition und Freude an langen Abstiegen — die schwarzen Lavafelder bieten wenig Schatten.
- Teneriffa — Kontraste rund um den Teide: Kiefernwälder, Hochflächen, Schluchten und Küstenwanderungen liegen oft nur eine kurze Fahrt voneinander entfernt. Ideal für Wanderer, die eine vielseitige Reise mit komfortablen Unterkünften und guter Infrastruktur suchen.
- Gran Canaria — Schluchten, Höhenzüge und stille Dörfer: Eine fast kontinentale Bergwelt mit tiefen Tälern, Felsformationen und Pinienwäldern. Besonders geeignet für alle, die trockene, offene Landschaften mögen und gerne Höhenmeter gehen.
Was gute Fernwanderwege Kanaren ausmacht: die Etappenplanung
Bei einer Fernwanderreise zählt nicht nur die markierte Route — entscheidend ist, wie die Etappen zusammenpassen. Wo beginnt und endet der Wandertag? Gibt es zuverlässige Einkehrmöglichkeiten? Wie lang ist ein Abstieg auf losem Vulkangestein wirklich? Und was passiert, wenn Wetter, Sperrungen oder die eigene Tagesform eine Änderung verlangen?
Eine selbstgeführte Etappenwanderung mit vorgebuchten Unterkünften schafft dabei einen angenehmen Rahmen:
- Individuelles Tempo: Sie wandern in Ihrem Rhythmus, ohne täglich nach einer Unterkunft suchen zu müssen.
- GPS-Navigation und aufbereitete Routeninformationen geben Orientierung — auch auf abgelegenen Abschnitten.
- Gepäcktransfer macht den Blick frei für das, weshalb man hier ist: die Landschaft. Wasser, Proviant, Sonnenschutz und eine zusätzliche Schicht reichen im Tagesrucksack meist aus.
Reisezeit für Fernwanderwege Kanaren: nicht nur der Winter
Die Kanaren gelten zu Recht als Ganzjahresziel — dennoch ist nicht jeder Monat auf jeder Insel gleich gut.
- Oktober bis April: Für viele Wanderer die angenehmste Zeit. Im Frühling stehen weite Teile der Inseln in Blüte und die Fernsicht ist oft hervorragend.
- Sommer: Touren in höheren Lagen oder auf nordseitigen Wegen sind die bessere Wahl. Südseiten und offene Vulkanrücken können sehr heiß werden.
- Winter: Nicht automatisch mild — in den Bergen sind Regen, Nebel, starke Winde und deutlich kühlere Temperaturen möglich. Eine wärmende Schicht und Regenschutz gehören ins Gepäck.
Nach starken Regenfällen, bei Waldbrandgefahr oder Steinschlag können Wege zeitweise gesperrt sein. Flexible Tagesplanung und lokale Routenkenntnis sind dann mehr wert als ein starrer Tourenplan.
Für wen eignen sich die Fernwanderwege Kanaren?
Die meisten Etappenwanderungen richten sich an aktive Reisende mit guter Grundkondition.
- Regelmäßige Wanderer finden auf La Gomera, Gran Canaria und Teneriffa viele passende Routen.
- Erfahrene Bergwanderer wählen La Palma — mit längeren Bergtagen und anspruchsvolleren Untergründen.
- Einsteiger müssen die Kanaren nicht ausschließen: sinnvoll sind kürzere Etappen, mehrere Übernachtungen an einem Ort oder leichtere Küstenwanderungen.
Die richtige Reise ist nicht die mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, sondern die, bei der am Ende einer Etappe noch Energie für den Sonnenuntergang, ein gutes Abendessen und den nächsten Wandertag bleibt.
NATOUR plant individuelle Wanderreisen auf den Kanaren so, dass Route, Unterkünfte, Transfers und Navigation sinnvoll ineinandergreifen. Wählen Sie Ihre Insel nicht nach dem bekanntesten Namen, sondern nach dem Wandertag, den Sie erleben möchten. Entdecken Sie die Wanderreisen auf den Kanaren auf natour.travel. Offizielle Informationen zum Camino Natural GR 131 bietet auch die Federación Canaria de Montaña.